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Wie Green Logistics die Intralogistik verändert.

07.04.2020

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Wie Green Logistics die Intralogistik verändert. - Dienstag, 07.04.2020
Wie Green Logistics die Intralogistik verändert. - Dienstag, 07.04.2020

Auf dem richtigen Weg:
Wie Green Logistics die Intralogistik verändert.

Der Klimawandel ist zu einem gesellschaftlichen Thema geworden, das alle angeht.
Gerade die Transportbranche steht dabei vor einer Herausforderung, ist sie doch heute noch nach Erkenntnissen des Bundesministeriums für Umwelt in Deutschland für 18 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes im Bereich Verkehr verantwortlich.* Weltweit sind es ein Drittel der Emissionen, die durch Transporte verursacht werden. Der Weg zur Veränderung trägt den Namen: „Green Logistic.“

 

Ein erster Schritt für einen grüneren Fußabdruck:
Vom Diesel zum Elektroantrieb.

Doch wer bei „Green Logistics“ nur an die Vermeidung von Leerfahrten denkt, übersieht: Auch die Intralogistik bietet viele Möglichkeiten, um die Umweltbilanz zu verbessern. Eine Erkenntnis, die auch in immer mehr Unternehmen angekommen ist.

So erklärt etwa Heinrich Kerstgens, Co-Geschäftsführer der Contargo GmbH im Gespräch mit Melanie Endres in der Ausgabe 11/2019 auf Seite 30 des Magazins „Logistik heute“: „Bürogebäude, Lagerhäuser, Fahrzeuge, Umschlaggeräte und so weiter bieten noch viel Einsparpotenzial durch alternative Antriebe wie Batterien und Brennstoffzellen im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien.“ 

Dabei sind vor allem zwei Schritte besonders relevant:

Der Wechsel der Antriebsarten und eine Senkung des Eigenenergieverbrauchs.
Wer bei seiner Gabelstaplerflotte dem klassischen Diesel Adieu sagt und sich für die elektrische Variante entscheidet, kann seinen „Carbon Footprint“ deutlich reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens steigern. So lassen sich während der Lebensdauer eines Batteriespeichers im Vergleich zum Diesel stolze 10 bis 19 Tonnen CO2 einsparen – jeder eingesparte Liter Dieselkraftstoff sorgt für 2,64 kg CO2-Reduktion. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen dieselbetriebene Stapler mit CO2-Ausstößen von bis zu 1.000 Gramm pro Kilometer alles andere als umweltfreundlich unterwegs waren. Mittlerweile haben Akkulaufzeit und Traglastfähigkeit moderner E-Stapler ein Niveau erreicht, welches mit diesel- oder gasbetriebenen Modellen durchaus mithalten kann.

Durch die Entwicklung von immer leistungsfähigeren und effizienteren Antriebskomponenten ist es gelungen, den Elektroantrieb auch in Fahrzeuge mit großen Gewichtsklassen zu integrieren. Der stärkste Schwerlastschubmaststapler erreicht mittlerweile eine Tragfähigkeit von bis zu 20 Tonnen.

Auch beim Thema Eigenenergieverbrauch sind moderne Energiespeicher ein großer Schritt Richtung grüne Zukunft. Die Elektrifizierung der Gabelstaplerflotte ist dabei ebenso sinnvoll wie die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Gewerbegebäude, um die Fahrzeugflotte klimaneutral bzw. CO2-neutral in Bewegung zu halten. Mit Photovoltaik-Anlagen und dem dazugehörigen Gewerbespeicher, der die Sonnenenergie speichert und bei Bedarf abgibt  profitieren Firmen nicht nur von der attraktiven EEG-Umlage, es lassen sich auch  Traktionsbatterien für kleines Geld aufladen: 1 KWh aus einer Photovoltaik-Anlage kostet gerade einmal € 4 Cent. Je nach System und Auslegung kann mit dieser Energielösung eine komplette Staplerflotte in den Pausenzeiten geladen werden, ohne dass Verbraucher abgeschaltet werden müssen, da Leistungsspitzen mit einem Gewerbespeicher abgefangen werden.  Auch ohne Photovoltaik-Anlage gilt: Der Umstieg von Diesel auf Elektrolösungen wie sie Unternehmen wie INTILION anbieten, kann mit einem Gewerbespeicher
ressourcenschonend ohne Erdarbeiten und aufwendigen Ausbau der Anschlussleistung erfolgen.

 

Hochfrequenz für niedrigen Energieverbrauch

Die Effizienz der eingesetzten Energiesysteme steht und fällt mit der Wahl der Ladetechnologie. Hochfrequenzladegeräte sind dank ihrer hohen Energieeinsparung besonders beliebt und bereits in vielen Bereichen erfolgreich im Einsatz. Im Vergleich mit herkömmlichen 50 Hz-Ladegeräten überzeugen sie durch einen geringeren Energieverbrauch von bis zu 30 Prozent.

Auch für die Batterieflotten ist Effizienz der entscheidende Faktor.
Durch den schnellen Zugriff auf alle relevanten Daten wie Ladezustand, Nutzungsgrad und Betriebsbereitschaft per Monitoringsystem wird die Wirtschaftlichkeit voll ausgeschöpft. Auch bei der Raumnutzung macht sich die Modernisierung und Optimierung bestehender Ladestationen bezahlt – durch den freiwerdenden Platz werden viele Arbeitsschritte im Betrieb vereinfacht.

 

Schont die Nerven. Und die Ressourcen: Outdoor-Ladecontainer.

Ein weiterer Beitrag ist die Möglichkeit mit Outdoor-Containerlösungen ein Energiesystem einzurichten – ohne einen teuren Neubau oder Hallenumbau.
So entsteht im Innenbereich zusätzlicher Platz für reibungslose logistische Abläufe: Die wertvolle Fläche im Innenraum muss nicht für eine elektrische Ladestation verwendet werden, da diese auch auf dem Außengelände sicher und zuverlässig arbeitet.
Gut für Umwelt und Firmenkapital ist auch das Prinzip „Second Life“: Mit der Aufbereitung von Batterien, dem Refurbishment, lässt sich die Einsatzdauer der Batterien verlängern. Die fachgerechte Entsorgung von Altbatterien ist ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz. Das in den Batterien enthaltene Blei wird zu nahezu 100% recycelt. Recycling-Blei wird unter dem Aspekt der Ressourcenschonung und Ressourcensicherung immer wichtiger, da es sich nahezu unendlich oft ohne Qualitätsverlust wiederverwerten lässt.

 

Sonnige Aussichten dank der Cloud: Digitalisierung und Logistik.

Dank der Digitalisierung sind Informationen und Datenströme zum Wettbewerbsfaktor geworden, der Lieferketten intelligenter macht. Vorbei sind die Zeiten, als Energiespeicher nur einzelne Zellen waren, die Geräten Energie lieferten. Heute handelt es sich um intelligente Energiesysteme von Unternehmen wie HOPPECKE Batterien, die durch digitale Kommunikation Arbeitsabläufe beschleunigen und so Energie sparen helfen. Ein Beispiel aus der Praxis: Erreicht ein beladener LKW ein Logistikzentrum, kann durch die Auswertung des Staplers vor Ort vorab festgestellt werden, ob die benötigte Batterieleistung noch reicht oder eine neue Ladung der Staplerbatterie erfolgen muss.

 

Weniger Kosten. Mehr Umweltschutz.

Mit der Entscheidung für Elektroantriebe wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch der Geldbeutel: Elektromotoren haben einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Verbrennungsmotoren und sind deshalb effizienter. Da sie keine Verschleißteile besitzen, haben sie zudem einen sehr geringen Wartungsaufwand. Deutlich niedrige Betriebskosten und effizienteres Arbeiten sind gute Gründe für diese Antriebstechnologie. Durch die permanente Verfügbarkeit von Antriebsenergie werden teure Standzeiten vermieden und Ausfallrisiken minimiert. Auch die Arbeit und das Betriebsklima werden für alle Mitarbeiter angenehmer – durch die geringere Lärmbelästigung und die Reduktion von Abgasemissionen.

 

Sie sehen: Es gibt viele gute Argumente für mehr Green Logistics in der Intralogistik.

Wann gehen Sie das Thema an?

 

 

*Quelle: Bundesministerium für Umwelt: „Klimaschutz in Zahlen“; Ausgabe 2018; Seite 9